Newsletter

Hallo allerseits,

als vorläufig letzter Eintrag in diesem Blog erfolgt nur die Mitteilung, dass alle News rund um den Jahrgang 2010 diesmal nicht per Blog, sondern per Newsletter publiziert werden.

Bei Interesse an dem Newsletter, der – wie dieser Blog – nur unregelmäßig erscheinen wird, einfach eine Mail an apfelwein<at>ea-r-th<dot>de senden. Ihr werdet dann in den Verteiler aufgenommen.

Bis bald … :-)

Ritterschlag

Der aufmerksame Leser dieses Blogs und Kenner der hiesigen öffentlichen Veranstaltungen schaut heute morgen natürlich zu allererst in diesen Blog ,um zu erfahren, ob es denn nun geklappt hat. Es hat nicht.

Häh? :-?

Natürlich geht es auch hier nicht um die WM – nur noch einmal zur Erinnerung: Die ganze Apfelwein-Geschichte kennt eigentlich genau nur 1 Ziel: Apfelweinkönigskrone! Vor zwei Wochen haben wir zum ditten Mal in vier Jahren eine Probe unseres Stöffsches beim hiesen Apfelwein-Wettbewerb eingereicht, dessen erster Platz mit dem Titel (und Pokal und Urkunde) „Apfelweinkönig“ gekrönt wird. Der aktuelle Jahrgang findet allgemeinen Zuspruch, und so haben wir  diesmal nicht ganz ohne berechtigte Hoffnung teilgenommen.

Gestern war nun endlich das Scheunenfest des OGV bei dem der Gewinner des Wettbewerbs verkündet wird. Für die in diesem Jahr 15 Teilnehmer gibt es drei mögliche Preise: Apfelwein-Ritter (3.), -Prinz (2.) und -König (1. Platz). Die Kriterien sind die einer ‘normalen’ Weinprobe: Wie ist die Farbe, der Geruch, der Geschmack? Was „passiert“ auf der Zunge, am Gaumen, im Rachen? Bitzelt’s, oder isses lahm? Schmeckt man den Apfel, und wenn ja, wie? Und schließlich spielen auch ‘technische’ Aspekte eine Rolle, wie Alkohol- und Säuregehalt.

Der Titel dieses Blog-Eintrags hat es schon verraten: Unser Stöffsche hat es auf’s Treppchen geschafft, als Apfelwein-Ritter dürfen wir fortan mit stolzer Brust durch die Lande ziehen! 8-)

Geschmacklich war nichts auszusetzen, insbesondere gab es keine Fehltöne im Geschmack und Geruch (die u.a. auf die Verarbeitung fauler Früchte oder unsaubere Verarbeitung schließen lassen). Sowohl der Säuregehalt (6,2 gr.) als auch der (hohe) Alkoholgehalt von 8% macht unser Stöffsche vor allem als „Gespritzde“ beliebt. Der diesjährige Gewinner hat (lt. Meinung der Jury) ein vollmundigeres Aroma, bei dem man den Apfel noch besser rausschmeckt. Anbei Urkunde und Pokal:

Urkunde 2010

Pokal 2010

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an alle Mitstreiter. Das Ziel „Apfelweinkönig“ bleibt uns erhalten, so dass wir auch in diesem Jahr wieder hochmotiviert ans Werk gehen werden.

In the News

Der gestrige Sonntag war voller Überrraschungen … und damit meine ich nicht das 4:0 gegen Australien. Zunächst diese hier:

Nach 10 Tagen fernab der Heimat kommen wir nach Hause und finden ein Exemplar des Eschborner Stadtspiegels im Haufen der aufgelaufenen Post. In der Ausgabe vom 02.06.2010 wird doch tatsächlich – und zwar im Sportteil(!) – das Rollator vs. Nordic Walking Rennen dokumentiert – mit Foto!

Anbei der Artikel. (Der Text stammt übrigens von Brita, langjähriger Mistreiterin in Sachen Apfelwein)

Zeitungsausschnitt

Aber der Sonntag war noch nicht vorbei … more to come.

The Race

ENDLICH war es vergangenen Freitag soweit: Der erste Internationale Wettkampf „Rollator vs. Nordic Walking“ konnte stattfinden. Die sibirischen Temperaturen sind vorbei, und die himmlischen Wassermassen legen hin und wieder eine Pause ein. Somit ergab sich das perfekte Wetter (nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu trocken, nicht zu nass) für diesen ersten interdisziplinären Wettkampf der internationalen Spitzenklasse.

Beim Schoppen vor ein einigen Wochen wurden die Wettkampfregeln festgelegt: Die Strecke verlief vom Sportplatz NieHö „durchs Feld“ zur Tankstelle in OHö. Dort war Tank-, Rast- und Wendeplatz. Zurück die gleiche Strecke. Als einzige „Verhaltensregel“ (neben allgemeiner Fairness) wurde festgelegt, dass IMMER mindestens ein Fuß den Boden zu berühren hat. Allerdings gibt es hierzu kein schriftliches Protokoll ;-)

Am Freitag trafen sich also die Fans der beiden Lager am Sportplatz:

Gruppenbild

Auf dem o.g. Bild sieht man auch schon das Kampfgerät. Unter dem Motto „Pimp my Rollator“ wurde ein ausrangierter Rollator zu neuem Leben erweckt. Eine neue Lackierung in Sportwagen-rot, sowie die Montage eines Apfelwein-Kartons (Bag-in-Box, natürlich vom Selbstgekelterten!) incl.  Becherhalter und einer Flasche Wasser (für Gespritzen) … da haben zwei einfache Stöcke doch gar keine Chance!

So ausgerüstet ging es auf die Strecke.

Race

Mit dabei waren stets 2 Schiedsrichter, einer zu Fahrrad, der andere mit dem City-Roller. Die Einhaltung der vereinbarten Regel(n) war also gewährleistet. Das o.g. Bild wurde auf dem Hinweg gemacht – so dicht beieinander verlief das Rennen bis kurz vor Schluss. Erst dann konnte sich der Rollator in einem gewagten Endspurt (unter Bewahrung der Fuß-Regel) einen klaren Vorsprung herausarbeiten.

Endspurt

Sieg auf ganzer Linie!

Darauf musste erstmal (gemeinsam) „n Schoppe gepetzt wer’n“. Btw: Auf dem T-Shirt sieht man das Logo des selbstgekelterten Stöffsche: Hecksteter Krönchen – spritzig – saftig – selbstgemacht !

Siegestrunk

Und so ging das erste internationale „Rollator vs. Nordic Walking“ Rennen zu Ende. Gefeiert wurde noch bis in die Nacht – schließlich haben wir das ja nicht zum Spaß gemacht!

Heldin der Arbeit

Neben den Baumarbeiten müssen wir uns auf der Obstwiese auch mit Nebensächlichkeiten abgeben, genauer: Dem Schnitt der Wiese.

EIGENTLICH könnten wir hier den Männertraum des Gokart-Aufsitzmähers verwirklichen … doch bis dieser Traum ausgeträumt ist wächst uns das Gras wohl über den Kopf. Da benötigte es schon eine beherzte Frauenhand um dem Wildwuchs ein Garaus zu machen.

Und so hat E. denn die gesamte Wiese gemäht. „Na und?“ werdet ihr sagen. Also lasse ich die Bilder sprechen. Erstens das Mäh-Gerät, zweitens die Grashöhe.

Der Mäher ist unser herkömmlicher Garten-Mäher. Wir mussten die Auswurfklappe geöffnet fixieren, damit das Gras überhaupt eine Chance hat durchzukommen. Der Effekt war, dass E. im „Grasschnitt-Regen“ stand. Auch kleine Steinchen sind da mal durchgekommen … au weia … zum Glück war E. perfekt präpariert mit Kopftuch, Sicht -und Gehörschutz – ein Foto davon durfte ich aber nicht machen :-)

Maschine

Hier sieht man dann die eigentliche Leistung. Beim Nachbarn wurde noch gar nicht gemäht, das entspricht also ungefähr der Grasmenge die E. zu bewältigen hatte. Und der Bildausschnitt zeigt nur ca. 1/4 der Gesamtfläche.

After work

Wow – wahrlich meisterhaft. Soviel ist sicher: E. darf sich im laufenden Äpplerjahr erstmal ein bißchen auf die faule Haut legen.

The Final Cut

Im letzten Beitrag hatte ich ja noch angekündigt, dass der Arbeitstag nach dem erfolglosen Häckseln dann doch nicht zu Ende war. Es gab weitere grobe Arbeit zu verrichten:

Bereits beim Baumschnitt war uns ein Baum aufgefallen, der offensichtlich krank ist. Nun im Frühjahr bestätigt sich der Eindruck. Der ganze Baum wirkt wie ausgetrocknet, die Rinde schält sich von den Ästen – kein schöner Anblick.

Also weg damit. Und da der Häcksler ja nicht mehr wollte, mussten wir die überschüssigen Kräfte halt am Baum auslassen. Dabei ist ein wunderbares Tondokument entstanden. Sorry, Wusel – die Karriere bei „Unser Star für <was auch immer die nächste Stadt ist>“ ist nun wohl beendet … ich sag nur „Holzhackerbuam“ ;-)

Holzhackerbuam

Ja – sicherlich hätten wir auch erst eine Motorsäge holen können … aber wie gesagt: Überschüssige Kräfte.

Kleinholz

Allerlei gab es seit dem letzten Blogeintrag zu tun – vielleicht lässt sich daher die lange Funkstille erklären.

Natürlich stand an erster Stelle, die Bäume fertig zu schneiden. Bis kurz vor Ostern hat uns das Thema noch beschäftigt. Dann haben wir beschlossen „die Bäume sind nun fertig“. Der professionelle Obstbauer mag das wahrscheinlich anders sehen, aber für uns soll es reichen. Jetzt, wo die Bäume anfangen zu blühen, sehen wir deutlich wo noch nachzubessern ist, und nach und nach werden wir weiter Hand anlegen. Naja, der nächste Herbst, Frühling, Herbst, Frühling, …. kommt bestimmt.

Aber nun: Wohin mit dem Schnittgut? Es hat sich doch einiges angesammelt, und jetzt müssen wir es loswerden. Aber wo und wie?
Option a) ist das Verbrennen. Matthias hat sich mal schlau gemacht und rausgefunden, dass man das Verbrennen anmelden muss (soweit kein Problem), aber dass gewisse Mindestabstände zu Bäumen und Nachbargrundstücken einzuhalten sind. Bei unseren Wiesen – voll mit Bäumen und sehr schmal – ist das technisch nicht zu machen.
Option b) ist das Häckseln. Logischerweise muss das Gerät mit Benzin laufen, und auch mit dickeren Ästen fertig werden können. Zum Glück gibt es ja Fachbetriebe, die passende Maschinen ausleihen. Gesagt, getan … aber es kommt ganz anders …

Wir haben und also so ein Gerät geliehen – nachdem wieder einmal die aufwendige Logistig bzgl. Besorgen/ Leihen von Anhängerkupplung und Anhänger geklärt war (soviel ist sicher: demnächst haben 2 weitere Haushalte im MTK ein Fahrzeug mit AHK … das kann ja so nicht weitergehen)  - und haben uns voll motiviert auf die Weise begeben. Die Erwartungshaltung war ganz klar, innerhalb von 3 Stunden (also bis zur Mittagspause) das Schnittgut in kleine Häcksel verwandelt zu haben.
Dumm gelaufen – auf dem hier gezeigten Bild sieht man eine unserer Haupttätigkeiten: Den verstopften Auswurf wieder frei räumen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Relativ schnell hatten wir erkannt, dass es uns hilft, wenn wir die Sicherheitsklappe am Auswurf entfernen – aber selbst das war nicht ausreichend. Und irgendwann haben wir es dann doch kapiert: Laaaangsaaaaam die Äste häckseln, nicht zuviel auf einmal. Das klappte auch … kurz … aber dann … *seufz* … wieder verstopft.
Die finale Niederlage kam aber dann just in dem Moment, in dem wir uns mit den Widrigkeiten abgefunden hatten, und außerdem beschlossen hatten, die Sache bis spät in den Nachmittag durchzuziehen. Plötzlich ging kein Ast mehr durch den Häcksler … btw: die Maschine macht Dank Benzinmotor einen Höllenkrach, häckselt aber nicht … hm … dann stellen wir fest: Das Häckselwerk läuft gar nicht. Schnell ist der Schaden entdeckt: Keilriemen gerissen! :-(

Tja, und schon war unser Arbeitstag zu Ende … oder doch nicht …? Fortsetzung folgt.

Zwangspause

Zwangspause am Häcksler

Einschneidende Erlebnisse

Das Langzeitprojekt Obstwiese nimmt konkrete Formen an. Nachdem uns das Wetter den größten Teil des Februars davor ‘bewahrt’ hat unseren Pflichten als Baumpfleger nachzukommen, wird es nun Ernst – es gibt kein Zurück!

AM 18.02. + 20.02. hat the OGV einen Schnittkurs für Obstbäume in Theorie und Praxis angeboten, und wir waren natürlich dabei. Wir haben 36 Apfelbäume zu zu schneiden, da ist es schon hilfreich zumindest annähernd zu wissen was man tut.
Wir hatten ja schon vor ein paar Jahren mal einen Schnittkurs besucht, und die wichtigsten Erkenntnisse dieses Kurses sind daher, dass 1.) man nie auslernt, und 2.) auch hier gibt es wieder Interpretationsspielraum, d.h. ein 100% richtig oder falsch ist manchmal schwer auszumachen.

Mental gut vorbereitet heisst es nun also: Ran an den Baum!
(Vorher musste ich noch das Werkzeug vorbereiten, also Scheren schleifen und ölen. Zu dumm: Eher unfreiwillig  habe ich mich mit dem Zeigefinger eindeutig davon überzeugt, dass meine Arbeit erfolgreich war. Aua! )

Am Sonntag, 22.02., haben wir uns dann erstmals auf der Wiese getroffen um dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Tja, aber hier sieht man dann dass alle Theorie doch eben nur graus ist. Was sich bei einem 5-jährigen Baum mit wenigen Ästen noch sehr übersichlich darstellt, ist bei einem alten Baum eine ganz andere Nummer. Da sieht man den Wald vor Bäumen, bzw. den Baum vor Ästen nicht.
Wir haben uns schließlich darauf verständigt, die eine Baumreihe eher vorsichtig/ zurückhaltend zu schneiden, und in der zweiten Baumreihe ehr großzügig vorzugehen. So können die wir die Bäume schrittweise verjüngen, und trotzdem die Apfelversorgung sicherstellen … Stimmt: Wegen der Äpfel machen wir das Ganze überhaupt ;-)

Mittlerweile ist die erste Baumreihe (fast) fertig. Es hat sich so etwas wie Routine eingestellt, d.h. es wird nicht mehr bei jedem Ast jeder Schnitt 5x überlegt … sondern nur noch bei jedem Zweiten ;-)
Pro Baum ist man mindestens 1h beschäftigt … wir werden also noch ein paar Tage brauchen um fertig zu werden.

Anbei ein paar Eindrücke:

Im Baum

Im Baum arbeitet es sich oft leichter als von der Leiter.

Fortschritt

Die Ast-Haufen geben uns das gute Gefühl etwas geleistet zu haben.

Stilleben

Ein einsamer Stuhl ... zum Pausieren blieb nicht viel Zeit.

Mein Hasch des is de Äbbelwoi!

Dieses Kleinod örtlicher Gesangeskunst kann ich euch nicht vorenthalten!

Was ich im letzten Blog-Eintrag  gar nicht beschrieben habe war, dass beim Äbbelwoi-Anstich auch die Herren des KCN in Form von Sangeskunst zu Wort kamen. Und man hat nicht ‘irgendwas’ gesungen – nein! - es war natürlich passend zum Thema.  Ganz großes Kino – überzeugt euch selbst:

Mein Hasch des is de Äbbelwoi!

Refrain:
Mein Hasch des is de Äbbelwoi – hei hei hei
Der macht mich glücklich, macht mich frei – hei hei hei
Denn so en Bembel Äbbelwoi, den musst Du erstmal probieren
Der macht mich glücklich, macht mich frei – hei hei hei

Man hört so viel von Hasch und Sex – hei hei hei
Für mich gibt’s doch nur aa Gewächs – hei hei hei
Im großen Fass der Rauscher schäumt, den musst Du erstmal probieren
Du hast noch nie so schnell geträumt – hei hei hei

[Refrain]

Und ist er alt und abgeklärt – hei hei hei
Dann spürst Du den besond‘ren Wert – hei hei hei
Wenn er wie Gold im Becher glänzt, den musst Du erstmal probieren
Du bist schnell happy und Du rennst – hei hei hei

[Refrain]

[Refrain]

Da es sich nach eigenen Aussagen um ein „altes Niederhöchstädter Traditionslied“ handelt, sage ich mal „Copyright by KCN“.

Going Public

Wie angekündigt war am letzten Mittwoch der „Äppelwoi – Anstich“ beim Obst- und Gartenbauverein (OGV). Bei dieser Veranstaltung können Hobby-Kelterer ihr Stöffsche präsentieren und von den Anwesenden verproben lassen. Also Live-Verkostung mit direktem Feedback.

In Summe wurden 8 Proben eingereicht. Die meisten haben ganz klassischen Äppler hergestellt, nach traditioneller Art gekeltert. Basis war bei allen eine gesunde Apfelmischung, keiner war mit Speierling, einige mit Quitte (einer sogar mit 50% Quitte).
Was uns wunderte war, dass einige nicht die eigenen Äpfel keltern. D.h. entweder man bringt seine Äpfel zu einem Großkelterer und bekommt ‘irgendeinen’ Saft zurück, oder man besorgt sich gleich nur den Saft, ohne Äpfel zu haben.
Auch das Selbst-Pressen ist nicht selbstverständlich – wie gesagt besorgen sich einige nur den Saft, andere bringen ihre Äpfel zum Pressen.
Die Tatsache, dass wir die ganze „Prozesskette“ in den Händen halten (und an diesem Jahr sogar die Apfelaufzucht) war zumindest in dieser Runde die Ausnahme.

Aber nun zum Wichtigsten: Der Verkostung.

Jeder Probant musste 5 Liter seines Stöffsche mitbringen. Der Vositzende hat dann nacheinander ausgeschenkt. Jeder Teilnehmer hat ein paar (manche auch ein paar mehr) Worte zu seinem Äppelwoi gesagt (Aufzucht und Hege), und dann wurde probiert. Farbe, Geruch, Geschmack wurden nacheinander beurteilt.

Farblich war das Spektrum von blass gelb bis golden, von klar bis trüb vertreten. Unser Äppler liegt in der golden-trüb Ecke. Die Farbe wurde i.A. neutral beurteilt.
Beim Geruch gab es dann die ersten kritischen Stimmen, kann man hier doch schon Fehltöne und Säure erkennen … oder ganz laienhaft: Ein Stöffsche das  nicht angenehm riecht, wird einem auch nicht gut schmecken – wobei es sich hier natürlich um ganz subjektive Kriterien handelt. Unser Stöffche zeigte keinen Fehlton, mit einem von vielen als angenehm empfundenen Geruch.
Der Geschmack ist dann doch das entscheidende Kriterium: Was nutzt eine tolle Farbe und ein feiner Geruch, wenn die Plörre nicht schmecken will. Und auch hier geht alles streng subjektiv zu – mild/ sauer, fruchtig/streng … alles „Geschmacksfrage“. Schön fanden wir allerdings den mehrfach verwendeten Begriff „Frauen-Apfelwein“.

Und? Wie ist unser Äppler nun beim Publikum angekommen?
Wir denken es war ganz positiv – es gab zumindest keine negativen Stimmen. Es gab ein explizites Kompliment („Bester der Runde, ich hol mir gleich noch einen!“), aber wohl jeder Teilnehmer hat wenigstens ein solches Kompliment bekommen – wie gesagt: alles Geschmackssache.
Für uns ist vor allem wichtig, dass der Äppler auch in einem neutralen Gremium auf Freunde gestoßen ist – die eigene Wahrnehmung ist also nicht von der eigenen Begeisterung getrübt.

Dann folgte der ganz wichtige Teil der Fachsimpelei. Wir haben wieder eine Menge gelernt, und konnten auch schon mit den gemachten Erfahrungen an der Diskussion teilnehmen. Wir waren positiv überrascht über den offenen Austausch, hatten wir doch bisher immer den Eindruck, der Kelterer spreche eher über sein Intimleben als über seine Äpplergeheimnisse.
Fazit der Diskussion: Jeder macht’s anders (hier ist der Äppler gemeint) - aber eines ist bei allen ganz wichtig: Reinlichkeit, und der Ausschluss von Luft. Diskutiert wurden Vor-/Nachteile von Kunststoff- vs. Glasbehältern, der richtige Zeitpunkt des Abzugs von der Hefe … und in welches Behältnis man dann abzieht, welcher Raum sich besonders gut zum Keltern eignet, usw usw usw.

Zum Schluss: Nun stehen ca. 100 L Apfelwein bei uns im Keller, der offenbar trinkbar ist. Bei aller Liebe zum Äppler: Das werden wir nicht alleine trinken! An alle Teilnehmer und Freunde des Apfelfestes, und somit direkt oder indirekt an der Entstehung des Äpplers Beteiligte: Wer mag, kann sich gerne  sein Stöffsche abholen!

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